Down under ganz oben

Australien – für viele ist der rote Kontinent auf der anderen (unteren) Seite der Erdkugel ein Traumreiseziel; riesig (fast so groß wie die USA), beinahe menschenleer (nur ca. 20 Mio. Einwohner die zu 85% an der Küste leben) und mit grandiosen Landschaften. Auch für Ursula und mich stand ein Road Trip durch das Outback lange Zeit ganz oben auf unserer Reisehitliste. Zumindest damals als wir noch jung waren (ja lange ist es her …) und noch nichts voneinander wussten. Später rutschte Australien in unserem nunmehr gemeinsamen Ranking jedoch nach unten und musste vermeintlich exotischeren Zielen wie Patagonien, Namibia oder Alaska Platz machen. Nach Australien kann schließlich jeder fahren, dachten wir uns. 🙂

Da eine Weltreise ohne einen Abstecher nach Australien aber nicht komplett ist und das Land direkt auf unserer Route nach Südamerika liegt, mussten wir natürlich einen “kurzen” (1 Monat) Zwischenstopp in down under einlegen. Um uns von den Touristenmassen die meist an die Ostküste strömen zumindest etwas abzuheben peilten wir vor allem den Südwesten von Australien an. Ganz konnten wir uns den touristischen “must sees” aber nicht entziehen und so nutzten wir unser Round the World Ticket um auch für ein paar Tage zum Uluru (Ayers Rock) und nach Sydney zu fliegen.

Vorbereitet waren wir wenig, nicht einmal einen Reiseführer hatten wir uns zugelegt. Wir wussten nur, dass wir viel campen wollten. Einerseits um Geld zu sparen (Australien ist halt doch etwas teurer als Asien) und andererseits um endlich unser Zelt zu nutzen das wir nun schon ein Monat im Rucksack durch China geschleppt hatten. So hofften wir auf gutes Campingwetter und los ging es mit unserem Mietauto Willi, einem gelben Hyundai Getz.

Trotz Linksverkehr fühlten wir uns im weit entfernten Australien bald wie zu Hause. Menschen die man versteht und die einen nicht neugierig mustern, richtige Supermärkte und vor allem “heimisches” Essen. Sicherlich weniger abenteuerlich als in Asien dafür aber easy going – no worries eben.

Vom Land selbst waren wir – wie so oft wen man keine zu großen Erwartungen hat – sehr positiv überrascht. Tiefblaues Meer, kilometerlange Sandstrände die wohl mit zu den schönsten der Welt zählen und vor allem die großen Waldgebiete im äußersten Südwesten mit den majestätischen Karri, Jarrah und Tingle Bäumen begeisterten uns. Das Holz dieser Bäume eignet sich übrigens wunderbar für Möbel. Aber was soll man damit schon anfangen wenn man keine eigene Wohnung mehr hat …

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Auf unserer Runde durch Australien stellten wir außerdem fest, dass die Erde down under nicht nur rot ist sondern viele Farben hat; etwa Polenta-gelb im Pinnacles National Park oder schneeweiß in der Lucky Bay in Esperance. Manchmal ist sie sogar mit Gold durchsetzt wie in Kalgoorlie.

Dort im sogenannten Golden Outback liegen die Nuggets zwar nicht mehr an der Oberfläche herum aber trotzdem befindet sich hier heute noch immer die ergiebigste Goldmine der Welt. Beim ersten Blick in den Super Pit, wie dieser enorme Krater (1200 m breit und 400 m tief) bezeichnet wird, fühlt man sich in eine Science Fiction Welt versetzt. Riesige Kipplaster mit einer Nutzlast von 225 Tonnen wirken wie Ameisen wenn sie sich vom Minenboden an den Kraterrand nach oben arbeiten. Auch wir haben in Kalgoorlie unser Glück versucht und nach Gold geschürft. Zu mehr als etwas Goldstaub hat es aber leider nicht gereicht. Trotz des momentanen Goldpreises konnten wir unsere Reisekasse damit nicht aufbessern.

Seinem Namen richtig gerecht wurde der rote Kontinent je weiter wir uns von der Küste entfernten. Beim Uluru schließlich dominieren die Farben Rot und Orange in allen ihren Schattierungen.

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Auch wenn man “The Rock” bereits von tausenden Fotos kennt überrascht einem sein Anblick immer wieder aufs Neue. Obwohl es natürlich eine geologische Erklärung gibt, wirklich begreifen tut man es nicht wie aus einer ansonsten komplett flachen Landschaft ein riesiger roter Stein emporragen kann. Erst wenn man ihn selbst gesehen hat versteht man warum er für die Aborigines eine mystische Bedeutung hat. Nicht ganz so bekannt aber zum Wandern fast schöner waren für uns die “Olgas” (Kata Tjuta) und der Kings Canyon. In Summe ein lohnender Abstecher ins heiße Zentrum (38 Grad) von Australien.

Nach 4 Tagen schwitzen im Outback freuten wir uns auf Sydney wo wir unsere Australien Reise ausklingen ließen. Sydney Harbour und die Oper sind zu Recht weltbekannte Sehenswürdigkeiten die auch uns beeindruckten.

Um die Stadt zum Abschluss noch aus einer anderen Perspektive zu sehen, wagten wir uns am letzten Tag an den Harbour Bridge Climb. Leider war das Wetter bei unserem Gipfel- (Brücken) Sturm ziemlich mies und die Fernsicht daher bescheiden. Dafür durften wir Zeugen eines ganz besonderen Naturschauspiels werden. Der Schwerkraft trotzend prasselte der Regen auf der Harbour Bridge nämlich nicht nur von oben auf uns ein, sondern kam auch von unten herauf. Schon eine verrückte Welt in down under, obwohl vielleicht war es doch nur der starke Wind …

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Wie dem auch sei, Australien ist jedenfalls ein faszinierender Kontinent der in unserem Reise Ranking nun wieder einen Platz ganz oben einnimmt. Wir werden eines Tages sicher zurückkommen und dann nicht nur für einen Zwischenstopp.

 

 

 

 

3 Antworten auf „Down under ganz oben“

  1. ja was soll ich denn da noch alles dazu sagen, habt ihr uns doch eh gerade alles erzaehlt und das Zelt nicht nur fuer Euch allein durch Asien geschleppt 😉 DANKE!

    Wir sind gerade am Spacebahnhof CHC angekommen und folgen Euch gleich wieder durch Zeit und Raum!

    bis gleich

    johannes

  2. He mates, how are you? We read that you’re oke! It’s good that you liked the Olga’s and Kings Canyon the same we did!
    Did you climb the Uluru? hopely not……..

    greetings!

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